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Xiaomi öffnet sein Werk — und was das für Reisende heißt
Kurzantwort
Xiaomi öffnet sein Pekinger Werk kostenlos für Besucher, im Oktober mit über 150 Terminen — die Anmeldung verlangt aber eine chinesische Identitätskarte. Daneben in dieser Woche: BYD verkauft in Deutschland so viele Fahrzeuge wie nie, CATL erweitert sein Werk in Thüringen, und NIO ist hier fast verschwunden.
Fünf Meldungen aus dieser Woche, die für Reisende tatsächlich etwas ändern. Die erste ist die wichtigste, weil sie zum ersten Mal eine Tür öffnet, die bei allen anderen Herstellern geschlossen bleibt.
1. Xiaomi öffnet sein Werk — kostenlos, aber mit einer Hürde
Das Werk in Peking-Yizhuang nimmt Privatbesucher an: im Oktober über 150 Termine, an Werktagen vier pro Tag, in den Feiertagen entsprechend mehr. Der Besuch kostet nichts. Er dauert etwa zweieinhalb Stunden — 15 Minuten Ausstellung, 25 Minuten Fahrt durch die Montagehalle, der Rest frei.
Die Hürde ist die Anmeldung. Sie läuft ausschließlich über die Xiaomi-Auto-App, und beim Einlass wird die chinesische Identitätskarte geprüft. Mit deutschem Pass funktioniert es nur über eine Begleitperson mit chinesischem Ausweis oder über einen Veranstalter, der die Gruppe anmeldet. An der Pforte lässt sich das nicht lösen.
Was das für Reisende bedeutet: Dies ist derzeit der einzige Automobilhersteller in China, bei dem ein Werksbesuch ein Programmpunkt ist und keine Ausnahme. Wer ihn einplanen will, braucht die chinesische Begleitung vorher — nicht die Flugbuchung zuerst.
2. BYD verkauft in Deutschland so viele Fahrzeuge wie nie
Im September wurden 6.052 Fahrzeuge der Marke in Deutschland neu zugelassen, ein Marktanteil von 2,35 Prozent. Fast zwei Drittel davon gingen an Privatkunden. Das Netz soll bis Jahresende auf bis zu 300 Verkaufsstellen wachsen.
Damit ist BYD in Deutschland angekommen — nicht als Nischenanbieter, sondern als Marke, die man auf der Straße sieht. Das ist der Unterschied zu den meisten anderen chinesischen Herstellern, über die hier berichtet wird.
Was das für Reisende bedeutet: Wer in Deutschland ein BYD fährt, kann in Shenzhen sehen, woher das Fahrzeug kommt. Das Werk in Pingshan hat ein Museum und eine Konzernausstellung und nimmt Gruppen auf Anfrage an — eine der wenigen chinesischen Fabriken mit einer offiziellen Besuchsroute.
3. CATL erweitert das Werk in Thüringen
Der Batteriehersteller baut die Kapazität in Arnstadt bei Erfurt von 14 auf bis zu 60 Gigawattstunden aus, Ziel ist das Jahresende 2026. Von dort kommen unter anderem Zellen für Fahrzeuge deutscher Hersteller.
Bemerkenswert ist das Verhältnis: Das Stammwerk steht in Ningde in der Provinz Fujian, rund fünf Zugstunden von Shanghai. Die Verfahren, die in Thüringen laufen, wurden dort entwickelt.
Was das für Reisende bedeutet: Ningde ist kein Ziel für einen Tagesausflug — die Stadt liegt abseits der üblichen Routen und empfängt nur Geschäftskontakte. Wer aber das Thüringer Werk kennt, versteht beim Besuch in Fujian mehr: was bei einer Verlagerung mitwandert (Anlagen, Verfahren) und was nicht (die Dichte des Zulieferernetzes).
4. NIO ist in Deutschland fast verschwunden
Von Januar bis August 2026 wurden 19 Fahrzeuge der Marke zugelassen. 2023 waren es über 1.200, 2025 noch 325. Zwei von drei Service-Standorten wurden zum Herbst geschlossen, das NIO House in Hamburg im Juli. Das Unternehmen spricht von Umstrukturierung, nicht von Rückzug.
In China ist das Bild ein anderes: Dort betreibt NIO über 3.000 Wechselstationen, an denen eine Batterie in knapp vier Minuten getauscht wird.
Was das für Reisende bedeutet: Wer die Marke erleben will, muss nach China — in Deutschland ist sie praktisch nicht mehr präsent. In Shanghai sind die Wechselstationen im Straßenbild sichtbar, und die NIO Houses in der Innenstadt sind ohne Termin zugänglich. Das ist der anschaulichere Teil des Geschäftsmodells.
5. Eine Batterie mit 1.500 Kilometern Reichweite
CATL hat Batteriesysteme vorgestellt, die unter optimalen Bedingungen Reichweiten bis 1.500 Kilometer ermöglichen sollen, sowie eine Schnellladevariante mit Ladezeiten um sechs Minuten. Beides sind Herstellerangaben unter Testbedingungen, keine Alltagswerte.
Was das für Reisende bedeutet: Nichts unmittelbar — aber es erklärt, warum die europäische Diskussion über Reichweitenangst und Ladeinfrastruktur an einer anderen Stelle geführt wird als in China. Wer den Unterschied verstehen will, findet ihn in den Städten, nicht in Datenblättern.
Wer regelmäßig solche Meldungen mit Reisefolge lesen will: Die nächste Ausgabe erscheint in wenigen Tagen. Wer konkrete Termine plant, kann direkt schreiben — die Antwort kommt von derselben Redaktion.
Häufige Fragen
Kann man das Xiaomi-Werk als Tourist besuchen?
Ja, der Besuch ist kostenlos und für Privatpersonen geöffnet. Die Buchung läuft ausschließlich über die Xiaomi-Auto-App, und beim Einlass wird eine chinesische Identitätskarte geprüft. Mit deutschem Pass geht es nur über eine Begleitperson mit chinesischem Ausweis oder eine angemeldete Gruppe.
Warum verschwindet NIO aus Deutschland?
Von Januar bis August 2026 wurden 19 Fahrzeuge der Marke in Deutschland zugelassen, nach über 1.200 im Jahr 2023. Zwei von drei Service-Standorten wurden geschlossen. Als Gründe nennt das Unternehmen Umstrukturierung; dazu kommt eine EU-Ausgleichsabgabe von 20,7 Prozent auf importierte Fahrzeuge.
Was bedeutet der Ausbau in Thüringen für Reisende?
Wenig unmittelbar. Die Erweiterung von 14 auf bis zu 60 Gigawattstunden zeigt aber, dass ein wachsender Teil der in Deutschland verbauten Batterien aus Thüringen kommt — hergestellt nach Verfahren, die im Stammwerk in Ningde entwickelt wurden.
Quellen
- Xiaomi Auto, Terminankündigung Werksbesuch Oktober 2026
- Kraftfahrt-Bundesamt, Neuzulassungen September 2026
- CATL, Angaben zur Kapazitätserweiterung Arnstadt, 2026
- Öffentliche Berichte zu NIO-Standorten in Deutschland, September 2026
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